Berichte

Juli 2021
Kantonaler Kirchentag an Pfingsten 2022 – Spüren, dass man Teil einer lebendigen Bewegung ist

Nach über 30 Jahren wird wie geplant im kommenden Sommer wieder ein Kantonaler Kirchentag durchgeführt. Die Reformierte, Katholische und Evangelisch-methodistische Kirche des Kantons Glarus freuen sich dabei auf viele spannende Begegnungen und viele frohe Gesichter.

Kirchentage hätten in der Schweiz nicht die gleiche Tradition wie zum Beispiel in Deutschland,erklärt Ulrich Knoepfel, Kantonaler Kirchenpräsident Evangelisch-Reformierte Landeskirche, warum es so lange gedauert hat, dass im Kanton Glarus wieder ein solcher Anlass durchgeführt wird. Aus diesem Grund sei auch die Organisation aufwendig und benötige bis drei Jahre Vorbereitungszeit. „Mit zwei Partnern funktioniert das natürlich einfacher.“ Aus reinem Pragmatismus habe man sich aber nicht entschieden, den Kirchentag 2022 zusammen mit der Katholischen und Evangelisch Methodistischen Kirche zu organisieren. „Es wird immer wichtiger das Spezielle des christlichen Glaubens aufzuzeigen.“ Ähnlich sieht es auch Christopher Zintel, Seelsorger und Beirat Katholische Kirche Kanton Glarus. „Wir alle verbreiten ja eine „Frohe Botschaft“.“ Gemeinsam wolle man dem Kanton und auch unseren Kirchen mit diesem Anlass etwas schenken. Bernd Rosner, Pfarrer Evangelisch-methodistische Kirche Glarus, möchte zudem zeigen, dass im aktuellen Christentum Nächstenliebe, Lebensfreude und Toleranz keine Schlagworte sind, sondern gelebt werden. „Der christliche Glaube ist kein verstaubtes Relikt, sondern auch in der heutigen Zeit noch spürbar.“
Zahlreiche Anlässe in allen Kirchgemeinden sind für die drei Tage im kommenden Frühling geplant. Denn Kirche besteht, laut Knoepfel, bei weitem nicht nur aus Gottesdienst, sondern ist vor allem gelebte Gemeinschaft. „Die Vielfalt des Kirchenlebens möchten wir damit für einmal der breiten Öffentlichkeit sichtbar machen.“

Auch für Zintel soll nicht nur das Spirituelle im Zentrum stehen, sondern auch vor allem Platz für schöne Stunden mit neuen und bekannten Gesichtern geben. „Dankbar wäre ich, wenn es zumindest einmal für diese drei Tage heisst: Gemeinsam statt einsam.“ Und auch Rosner hofft, dass möglichst viele unterschiedliche Menschen sich begegnen. Der Kirchentag soll dabei auch ermöglichen, dass Suchende mit anderen Suchenden ins Gespräch kommen. Denn nach Zintel sei die moderne Zeit, nicht eine Zeit von zu wenig Glauben, sondern eher zu viel Glauben. Grundsätzlich werde der Menschen von zu vielen Reizen überflutet. „Es ist und wird immer eine grössere Herausforderung, den Weg zu unserem oft verschütteten Herz frei zu räumen.“

Mit dem Kantonalen Kirchentag und den unterschiedlichsten Aktivitäten im ganzen Glarnerland öffnen sich die drei Kirchen am Wochenende von Pfingsten 2022 (Freitag, 3. bis Sonntag 5. Juni 2022) der breiten Öffentlichkeit und laden zu einem unverfänglichen Treffen, in dem der gelebte Glaube und der Glaube im Alltag mehr Bedeutung haben soll, als ein strenger Katechismus und Traditionen. „Wir hoffen auf viele glückliche Gesichter und dass die drei Tage den Glarnerinnen und Glarner viel Freude bereiten werden.“ Die Kirchen gehen dabei, nach Rosner, einen grossen Schritt aus ihren Komfortzonen und gehen vor allem hinaus zu den Menschen. „Genauso wie es uns Jesus vor über 2000 Jahren vorgezeigt hat.“

Alle Infos unter www.kk22.ch



Mai 2021
Kirchentagslied verbindet Gegensätze

Zum kantonalen Kirchentag von Pfingsten 2022 hat Christoph Kobelt das Lied «Salz der Erde, Licht der Welt» geschrieben. Dabei geht es um die Verbindung von Gegensätzen.

Das Motto des ökumenischen Kirchentages vom 3. bis 5. Juni 2022 heisst «Mitänand bewegä – Salz der Erde, Licht der Welt» (Matthäus 5,13-16). Christoph Kobelt nimmt dies in seinem Kirchentagslied auf. «Es hat mit Liebe, Glauben, Vertrauen und Hoffnung zu tun. Und dem steht immer ein Gegenstück gegenüber. Was zählt, ist die Verbindung», sagt der Komponist.
Das Lied erzählt von den Gegensätzen und der Sehnsucht, diese zu verbinden: Liebe und Hass, Wissen und Glauben, Gut und Böse, Tod und Leben. «Wir sind auf dem Weg als Salz der Erde, hin zum Licht der Welt. Alles ist der Gnade Gottes anheimgestellt», so der Glarner Kulturpreisträger von 2005.

Text und Melodie von ihm
Ein Lied müsse für ihn «verhebe», ob für den Kirchentag oder einen anderen Anlass. So sagte er bei der Anfrage vor rund zwei Jahren nur Ja, weil er auch den Text selber schreiben konnte. Aber er hatte Freude, dies zu machen, wie er betont.
Zunächst verfasste er den Text, da dieser den Rhythmus vom Lied bestimmt. Er sinnierte über die zwiespältige Bedeutung von Salz und über die Gegensätze. «Das ganze Leben ist so. Wir müssen das Hindernde mit einer positiven Seite verbinden. Das ist vielleicht unsere Lebensaufgabe.»
Die Gegensätze treten auch in der Musik hervor, mit Moll und Dur, aber auch mit Umkehrungen. «Ich muss mich mit dem Gegensatz auseinandersetzen und ihn auch in der Melodie erleben», sagt Christoph Kobelt dazu.
Ist er zufrieden mit dem Ergebnis? «Wenn ich nicht zufrieden wäre, dürfte ich das Lied nicht liefern. Es stimmt für mich», lacht der Erschaffer. Zufrieden sein müssten die anderen. Doch wer das Lied schon kenne, finde es eingängig. Es liegt ein-, zwei-, drei- und vierstimmig vor.

Ökumenisches Projekt
Der kantonale ökumenische Kirchentag ist wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben worden. Ursprünglich war er für Juni 2021 geplant. Der kantonale Grossanlass soll vom 3. bis 5. Juni 2022 eine Plattform für lebendige Begegnungen und gegenseitigen Austausch sein. Von Tradition bis zum kulinarischen Weltdorf, von Musik, Spiel und Bildung bis zum Food-Save-Bankett wird es inspirierende Veranstaltungen für Menschen jeglichen Alters geben.

So soll der Kirchentag ein Bekenntnis zur Freude am Leben sein, aber auch zu Veränderungen anregen und zu Haltungen motivieren. Er ist ein gemeinschaftliches, ökumenisches Projekt der Reformierten, Katholischen und Methodistischen Kirche im Glarnerland. (mb)

Infos: www.kk22.ch


Bild Kirchentagslied_Christoph Kobelt (Foto: Madeleine Kuhn-Baer)


Christoph Kobelt hat ein Lied für den kantonalen Kirchentag komponiert.
Bild Madeleine Kuhn-Baer




Juni 2020
Achtung: Die Daten/Termine dieses Berichtes vom Juni 2020 wurden für das neue Datum Pfingsten 2022 angepasst.

Kirchentag: Ein Fest für alle an Pfingsten 2022


Vom Weltdorf bis zur Astrophysik: An Pfingsten 2022 lädt der kantonale Kirchentag die Glarner Bevölkerung zum grossen, ökumenischen Fest für alle ein.

Unter dem Titel «Mitänand bewegä – Salz der Erde, Licht der Welt» soll der Grossanlass eine Plattform für lebendige Begegnungen und gegenseitigen Austausch sein. Von Tradition bis zum kulinarischen Weltdorf, von Musik, Spiel und Bildung bis zum Foodsave-Bankett gibt es Veranstaltungen für jedes Alter.

Als gemeinschaftliches, ökumenisches Projekt der Reformierten, Katholischen und Methodistischen Kirche im Kanton Glarus wird der Kirchentag einerseits ein Bekenntnis zur Freude am Leben sein. Anderseits bezieht er auch Stellung zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Er will zu Veränderungen anregen und zu Haltungen motivieren: Bewegen wir gemeinsam das Glarnerland. Setzen wir ein Zeichen für die Gemeinschaft – für die Freude am Leben und die Menschen in ihrer einzigartigen Vielfalt.

Erste Highlights sind bekannt
Das OK unter Leitung von Martin Laupper ist bereits seit geraumer Zeit an der Arbeit, um das grosse Fest für alle zu planen. Der Freitagabend steht unter dem Thema «Bi de Lüüt im Dorf». Sämtliche Kirchenglocken des Kantons werden den Kirchentag einläuten. Nach einem kurzen Innehalten findet in jeder Kirchgemeinde eine Veranstaltung statt. Auch die Nacht wird als tiefes spirituelles Gefäss genutzt.

«Mitänand i dr Stadt» heisst es am Samstag. Die ersten Highlights sind bereits bekannt:
- «Unfassbar – die mobile Bar lädt zum Gespräch»: Die beiden Berner Pfarrer Tobias Rentsch und Bernhard Jungen begrüssen die Besucherinnen und Besucher am Bahnhof Glarus mit ihrer «Unfassbar».

- «Von den Sternen zu Gott? – Astrophysik versus Theologie»: Der international bekannte Astrophysiker Arnold Benz begibt sich mit dem Publikum ins Universum und betrachtet es sowohl aus der Sichtweise der Astrophysik als auch der Theologie.

- «Vom Laden auf den Tisch – das grosse Foodsave-Bankett»: Ein Gastro-Team kreiert am Samstagabend ein grosses Fest-Bankett mit Zutaten, welche die Glarner Lebensmittelläden sonst entsorgt hätten.

- «Von Brecht bis Brahms»: Auf der Piazza in der Landesbibliothek Glarus klingt der Samstagabend aus: Zwei Sängerinnen mit musikalischer Begleitung singen Lieder von Brecht bis Brahms.

Geistlicher Höhepunkt ist sodann der grosse ökumenische Festgottesdienst vom Sonntag auf dem Landsgemeindeplatz, ehe wieder alle Kirchenglocken des Kantons den Kirchentag ausläuten.

Ein derart grosses Fest benötigt viele Helferinnen und Helfer. Wenn Sie dabei sein möchten, melden Sie sich bitte an. Oder werden Sie Sponsor und spenden Sie einen individuellen Betrag. Bereits jetzt herzlichen Dank! (pd/mb)

Infos: www.kk22.ch
Kontakt: Kantonaler Kirchentag 2022, Sekretariat, Wiesli 7, 8750 Glarus, 055 640 26 09, kirchentag@kk22.ch